BVG

BVG in Berlin: Paint the Bus in Hemd und Chino

  • Berlin
  • Paint the Bus
  • ein kompletter Linienbus
Ein kompletter Linienbus im Freien, die ganze Längsseite besprüht: Tarnmuster in Hellblau, Rot, Schwarz und Grau, darüber ein weißer Streifen mit dem gelben Schriftzug Welcome BVG. An beiden Enden eine gelbe Comic-Figur in Busform mit großen Augen, dahinter Bäume und ein Backsteingebäude

Ein Kreativformat mitten im Arbeitstag scheitert selten am Termin. Es scheitert an der Frage, ob danach jemand mit Farbe an der Hose zurück an den Schreibtisch muss. Bei BVG standen die Leute in Hemd, Polo und Chino vor einem kompletten Linienbus und haben ihn besprüht.

Die Ausgangslage

Wer ein Teamevent in einen normalen Arbeitstag legt, plant zwei Dinge mit, an die beim Vorschlag niemand denkt. Umziehen davor und Saubermachen danach. Sobald das Wort Sprühdose fällt, rechnen die meisten still mit beidem und streichen den Punkt wieder, bevor über den Inhalt gesprochen wurde.

Das ist eine Rechnung, die von der falschen Annahme ausgeht. Sie unterstellt, dass eine Gruppe die Fläche von Grund auf anlegt und dabei zwangsläufig alles trifft, was in der Nähe steht. Genau dieser Teil war bei BVG schon erledigt, bevor die erste Person am Bus stand.

Der Teil, den die Gruppe nicht mehr machen muss

Vor dem Termin wird der Bus vorbereitet, und dieser Teil dauert länger als das Event selbst. Fenster, Kanten und Radkästen werden abgeklebt. Geschnittene Schablonen kommen an die Stellen, an denen später eine saubere Form stehen soll. Das durchgehende Muster über die Längsseite wird Fläche für Fläche angelegt, und die Umrisse der großen Buchstaben stehen schon, bevor jemand sie ausfüllt.

Für die Planung ist das der entscheidende Punkt. Was die Gruppe am Termin übernimmt, ist der Teil, der Spaß macht und nichts kaputt machen kann: Farbe in eine bereits abgegrenzte Fläche bringen. Was daneben liegt, ist abgedeckt. Deshalb bleibt die Kleidung sauber, und deshalb muss niemand eine Stunde für Umziehen und Duschen einplanen.

Aufnahme vom Event: Klebeband auf der Busseite, angelegte Schablonen, das Tarnmuster Fläche für Fläche und am Ende die fertige Seite mit dem Schriftzug Welcome BVG. Das ist die Vorarbeit, die vor dem Termin passiert.

Was die Gruppe gemacht hat

Am Termin selbst wird gesprüht, sonst nichts. Auf dem Foto trägt niemand Arbeitskleidung. Gearbeitet wird in derselben Kleidung, in der man morgens ins Büro gegangen ist, dazu blaue Überschuhe und Handschuhe. Wer an die obere Reihe wollte, hat sich auf eine umgedrehte Getränkekiste gestellt.

Damit ist eine Frage beantwortet, die im Vorschlag selten offen gestellt wird: ob man sich für das Event fertig machen muss. Hier war die Kleidung dieselbe wie im Büro, und die Höhe war das einzige Hilfsmittel, das jemand gebraucht hat. Wer den Termin in einen Arbeitstag legen will, hat damit die beiden Punkte geklärt, die sonst dagegen sprechen.

Was am Ende dastand

Am Ende war der Bus auf beiden Längsseiten durchgehend bemalt. Die eine Seite trägt ein Tarnmuster in Hellblau, Rot und Schwarz, darüber einen weißen Streifen mit dem gelben Schriftzug Welcome BVG. Auf der anderen Seite stehen große gelbe Buchstaben mit schwarzer Kontur auf einer lila Wolke, darüber der Schriftzug BVG. An den Enden sitzt jeweils eine gelbe Comic-Figur in Busform.

Ein Fahrzeug dieser Größe zeigt zwei Dinge gleichzeitig, die eine Leinwand nicht zeigen kann. Aus der Entfernung erkennt man ein geschlossenes Motiv, aus der Nähe die einzelnen Handschriften darin. Bei BVG kam beides zusammen, weil die Struktur vorher stand und die Farbe am Termin dazu.

Eckdaten des Projekts

Stadt
Berlin
Anlass
Teamevent
Format
Paint the Bus
Untergrund
ein kompletter Linienbus, beide Längsseiten
Vorarbeit
Abkleben, geschnittene Schablonen, vorgelegte Umrisse
Kleidung am Termin
Bürokleidung, dazu Überschuhe und Handschuhe

Häufige Fragen zu diesem Projekt

Muss sich das Team für ein Sprüh-Event umziehen?

Bei BVG nicht. Auf den Aufnahmen stehen die Leute in Hemd, Polo und Chino am Bus, dazu Überschuhe und Handschuhe.

Der Grund liegt nicht an den Personen, sondern am Aufbau. Alles, was nicht besprüht werden soll, ist vorher abgeklebt, und die Flächen, die die Gruppe füllt, sind bereits umrissen. Gesprüht wird aus kurzem Abstand auf eine senkrechte Fläche, und dabei geht deutlich weniger daneben, als die meisten erwarten. Das ist der Unterschied zu Formaten, bei denen auf dem Boden gearbeitet wird und alle über der Farbe knien. Am Bus steht man aufrecht davor, die Dose zeigt vom Körper weg, und getroffen wird die Fläche vor einem. Überschuhe und Handschuhe reichen als Schutz. Für euch heißt das, dass ihr den Termin in einen normalen Arbeitstag legen könnt, ohne davor Umkleiden zu organisieren und danach Zeit fürs Saubermachen einzuplanen. Wenn ihr trotzdem sichergehen wollt, sagt uns vorher Bescheid, wer direkt aus einem Kundentermin kommt oder danach in einen muss. Danach richtet sich, wie viel zusätzlicher Schutz bereitliegt.

Was passiert vor dem Termin, damit eine Fläche dieser Größe fertig wird?

Der Bus wird vorbereitet. Kanten und Fenster werden abgeklebt, Schablonen kommen an ihre Stellen, und die Umrisse des Motivs stehen, bevor jemand ankommt.

Diese Vorarbeit ist der Grund, warum ein Fahrzeug in Buslänge an einem Termin fertig werden kann. Eine Gruppe, die eine leere Fläche in dieser Größe von Null anlegt, kommt in der verfügbaren Zeit nicht durch, und das Ergebnis wird uneinheitlich. Umgekehrt wird es eine Malvorlage, wenn zu viel vorgegeben ist. Wir legen deshalb Struktur und Umrisse vor und lassen Farbe, Flächen und die freien Stellen offen. Was am Ende zu sehen ist, entscheidet sich also am Termin, auch wenn der Rahmen vorher steht. Bei BVG sieht man das an den Buchstaben: die Kontur war gesetzt, die Füllung kam von der Gruppe. Eine Sache müsst ihr dafür einplanen: Wir brauchen den Zugang zum Fahrzeug oder zur Fläche vor eurem eigentlichen Termin. Sagt uns früh, ab wann der Platz nutzbar ist, dann liegt die Vorarbeit außerhalb eurer Veranstaltung.