Die Wand besteht aus einzelnen Betonplatten, und der Schriftzug läuft über sie alle hinweg. Wo eine Platte aufhört, geht der Buchstabe weiter. Die Fugen zeigen, über wie viele Segmente der Schriftzug läuft, und dass hier niemand allein fertig wird.
Ein Wort, das über die Fugen läuft
Auf der Wand steht kein Bild und keine Sammlung von Einzelmotiven. Es steht ein Wort, in großen runden Buchstaben mit schwarzer Kontur, gefüllt in Weiß, Blau und Orange, mit Punktreihen als Verzierung. Links am Anfang steht das Zeichen o2. Nach rechts läuft der Schriftzug aus dem Bild heraus.
Die senkrechten Fugen zwischen den Betonplatten sind durch die Buchstaben hindurch zu sehen. Sie verraten, wie viele Segmente das Wort belegt. Ein Schriftzug dieser Länge ist nichts, was eine Handvoll Leute nebenbei fertig bekommt.
Die Wand sagt euch die Größe, nicht die Teilnehmerliste
Wer intern ein Kreativformat durchbekommen muss, wird nach der Gruppengröße gefragt und nennt eine Zahl. Am Tag selbst entscheidet aber eine andere Größe darüber, ob alle beschäftigt sind: die Länge der bemalbaren Fläche geteilt durch den Platz, den ein Mensch mit ausgestrecktem Arm braucht.
Ein durchgehender Schriftzug bringt seine Aufteilung schon mit. Jeder Buchstabe ist ein Arbeitsplatz, und die Buchstaben stehen nebeneinander statt hintereinander. Deshalb fragen wir bei einer Anfrage nach der Gruppengröße und danach, wie viel Wand oder Fläche bei euch zur Verfügung steht. Passt die zweite Angabe nicht zur ersten, merkt man das lieber vier Wochen vorher als am Termin.
Öffentlich heißt: es schaut jemand zu
Die Wand steht entlang einer Bahnstrecke. Oben auf der Mauer sitzt ein Stabgitterzaun, dahinter stehen Züge, und darüber führt eine Brücke, auf der Passanten unterwegs sind. Rechts und links an Brücke und Umfeld stehen die Schriftzüge anderer Leute.
Ein Hinterhof lässt sich abschließen, diese Fläche nicht. Wer hier arbeitet, wird von der Brücke aus gesehen, und das ist bei manchen Gruppen ein Argument dafür und bei manchen dagegen. Sagt uns vorher, wie eure Leute dazu stehen. Wo der öffentliche Rahmen gewollt ist, ist er der eigentliche Grund, eine solche Wand einer gebuchten Halle vorzuziehen.
Was danach dort stehen bleibt
Das Ergebnis bleibt an der Wand. Es kommt nicht mit ins Büro, und es steht dort neben dem, was andere vorher gemalt haben.
Das schließt einiges aus. Wer ein Werk zum Mitnehmen braucht, ist mit Leinwänden besser bedient. Wer dagegen eine Gruppe hat, die für eine Leinwand zu groß und für eine gebuchte Halle zu schade ist, sieht hier, was eine Wandlänge hergibt.
Eckdaten des Projekts
- Stadt
- Berlin
- Untergrund
- eine legale Wand aus Betonplatten an einer Bahnstrecke
- Technik
- Sprühfarbe
- Motiv
- ein einziger Schriftzug in runden Buchstaben
- Aufbau
- der Schriftzug läuft über sämtliche Wandsegmente hinweg
- Lage
- öffentlich einsehbar, von einer Brücke aus
Häufige Fragen zu diesem Projekt
Woran messe ich, wie viel Wand meine Gruppe braucht?
Wie viel Fläche eine Person braucht, hängt vom Motiv ab: Bei einem durchgehenden Schriftzug wie diesem ist es weniger als bei einem freien Bild, weil niemand auf einen eigenen Ausschnitt wartet. Aus der Gruppengröße und der verfügbaren Wandlänge lässt sich die Aufteilung trotzdem grob abschätzen, verbindlich wird sie erst im Gespräch.
Diese Abschätzung ist bewusst grob, und sie reicht trotzdem für die Vorabklärung. Sie kippt nur in zwei Richtungen. Nach unten, wenn die Gruppe in Schichten arbeiten soll, dann genügt die halbe Länge, dafür dauert der Termin länger. Nach oben, wenn alle gleichzeitig dran sein sollen, dann braucht ihr die volle Länge plus etwas Luft an den Rändern, weil sich sonst zwei Leute am selben Buchstaben in die Quere kommen. Bei O2 ist am Ergebnis abzulesen, welche Variante gewählt wurde: Der Schriftzug zieht sich über sämtliche Betonplatten der sichtbaren Wand. Für eure Anfrage genügen deshalb zwei Angaben, nämlich die Gruppengröße und die ungefähre Länge der Fläche, die euch zur Verfügung steht. Alles Weitere rechnen wir daraus.
Was bedeutet es, an einer öffentlich einsehbaren Wand zu malen?
Dass Unbeteiligte zusehen können, ohne dass ihr das steuert. Bei O2 führt eine Brücke über die Fläche, auf der Passanten unterwegs sind, und dahinter verläuft eine Bahnstrecke.
Das hat zwei Seiten, und beide gehören vor den Termin auf den Tisch. Für viele Gruppen ist der öffentliche Rahmen der eigentliche Reiz, weil das Ergebnis nachher tatsächlich jemand sieht und nicht in einem geschlossenen Hof verschwindet. Für andere ist es der Punkt, an dem einzelne Leute nicht mitmachen wollen, und das lässt sich vor Ort nicht mehr auflösen. Klärt das deshalb im Team, bevor der Termin steht, und nicht auf dem Weg zur Wand. Dazu kommt der Umstand, dass eine öffentliche Wand nie leer ist. Sie trägt ältere Schichten und die Arbeiten anderer, was ihr bei der Motivwahl mitdenken solltet. Wer beides nicht will, dem schlagen wir stattdessen ein Format auf gebuchter Fläche oder auf Leinwänden vor.


