Einwand

„Ich kann mit den Aktivitäten nichts anfangen": was beim Teamevent mit Nicht-Malern passiert

Teamevent-Einwand: keine Lust auf Malen?

Nicht jeder will beim Teamevent malen. Wie Kleingruppen und Einzelwerke dafür sorgen, dass trotzdem niemand nur zuschaut, am Beispiel München.

Ein Mitarbeiter schreibt in einem Reddit-Forum, er sei beim letzten Betriebsausflug 90 Prozent der Zeit draußen gestanden, während die Kollegen Achterbahn fuhren. Er habe sich dabei fehl am Platz gefühlt, außen vor, ohne Aufgabe. Fünfzig Kommentare kamen zusammen, weil die Frage so viele trifft: Muss ich mitmachen, wenn mir die Aktivität nichts gibt?

Die Antwort liegt selten in der Motivation der Person. Sie liegt im Format. Ein Teamevent, bei dem eine Aktivität für alle vorgesehen ist, produziert automatisch Zuschauer. Ein Graffiti- oder Action-Painting-Workshop funktioniert anders, wenn er richtig aufgebaut ist: Er teilt die Gruppe, statt sie vor eine Bühne zu setzen.

Was strukturell passiert, wenn niemand zuschauen muss

  1. Kleingruppen statt Plenum. Beim Event für Personio in München wurden rund 60 Teilnehmende in sechs Teams geteilt, jedes mit einem eigenen Wort, das es selbst gebrainstormt und umgesetzt hat. Wer in einer Sechser- oder Achtergruppe an einem eigenen Teilstück arbeitet, ist nie der Einzige, der zuschaut.
  2. Ein Teilstück statt ein ganzes Bild. Beim CRX-Markets-Event am Bahnwärter Thiel hat jedes Teammitglied nur einen einzelnen Buchstaben des gemeinsamen Schriftzugs gestaltet. Niemand musste ein ganzes Motiv allein entwerfen, jeder Beitrag war klein genug, um ohne Vorstellung von Kunstfertigkeit machbar zu sein.
  3. Ein Einzelwerk zum Mitnehmen, kein Gemeinschaftszwang. Bei GKM, einem Sommertag im Botanikum München, hat jeder Teilnehmende ein eigenes Einzel-Graffiti im Format 50×70 gestaltet, dazu entstanden fünf größere Abteilungsbilder (General Management, Datenmanagement, Medical Advising, Projektmanagement, Biostatistics). Wer lieber allein an seinem Bild arbeitet, kann das. Wer sich einer Abteilungsgruppe anschließen will, auch. Beide Wege laufen parallel, keiner ist die Ausweichlösung für den anderen.
  4. Anleitung statt Erwartung. "Vorerfahrung braucht niemand" ist bei uns keine Werbezeile, sondern die tatsächliche Grundlage jedes Workshops: Dosentechnik, Sicherheitsabstand und der erste Strich werden gezeigt, bevor irgendwer allein arbeitet. Eine Kundin aus München formulierte es nach ihrem Event so: "Riesen Spaß und super Anleitung!"
  5. Ergebnis statt Auftritt. Wer mitmacht, hinterlässt ein Bild, keine Performance. Das nimmt der Aktivität den Bühnen-Charakter, den viele Teamevents ungewollt erzeugen, wenn eine Person vor der Gruppe etwas vorführen soll.

Diese fünf Punkte sind keine Studienbehauptung, sondern der beschriebene Ablauf realer Events. Für die allgemeine Wirksamkeit strukturierter Teambuilding-Maßnahmen gibt es einen fachlichen Beleg, Klein et al. (2009, Small Group Research, Metaanalyse zur Teambuilding-Wirksamkeit): strukturierte Gruppenaktivitäten wirken. Einen Vergleich, ob kleine oder große Gruppen dabei besser abschneiden, liefert diese Quelle nicht, das wäre eine Behauptung, die wir nicht belegen können.

Der Unterschied zur reinen Kommunikationslösung

Viele Ratgeber zum Thema empfehlen, den Widerstand zu besprechen: die eigene Zurückhaltung offen ansprechen, die Führungskraft informieren, Verständnis einfordern. Das hilft, ändert aber nichts am Format selbst. Wer als Planer:in ein Event bucht, kann stattdessen die Struktur so wählen, dass die Kommunikationslast gar nicht erst entsteht. Kleingruppen mit eigenem Teilstück brauchen kein Gespräch darüber, wer sich zurückzieht. Es gibt nichts, wovon man sich zurückziehen müsste.

Was das für die Planung bedeutet

Wer als HR oder Office-Management ein Event bucht, muss diese Struktur nicht selbst erfinden. Es reicht, sie beim Briefing einzufordern: Wie groß werden die Kleingruppen? Arbeitet jede Person an einem eigenen Teilstück oder an einem Gemeinschaftswerk, das eine Einzelperson tragen muss? Gibt es eine Anleitung, die vor dem ersten Strich steht, oder wird vorausgesetzt, dass jede:r schon weiß, wie es geht? Diese drei Fragen trennen ein Format, das automatisch Zuschauer erzeugt, von einem, das keine kennt. Der Unterschied liegt selten im Preis oder in der Location, sondern in der Aufteilung der Arbeit.

FAQ

Muss jede:r Teilnehmende malen können?

Nein. Die Anleitung beginnt bei Dosentechnik und Sicherheitsabstand, Vorerfahrung braucht niemand. Wer lieber an einem kleinen Teilstück statt an einem ganzen Motiv arbeitet, ist damit nicht schlechter aufgehoben als der Rest der Gruppe.

Was, wenn jemand einfach nicht im Mittelpunkt stehen will?

Genau dafür ist die Kleingruppen-Aufteilung da. Beim CRX-Case gestaltete jedes Mitglied nur einen Buchstaben, beim GKM-Case ein eigenes kleines Einzelbild. Es gibt keinen Moment, in dem eine Einzelperson vor der ganzen Gruppe etwas vorführen muss.

Bleibt am Ende etwas übrig, oder ist es nur der eine Nachmittag?

Beim GKM-Sommertag hingen die entstandenen Bilder danach als Büro-Dekoration und Erinnerung. Ein Ergebnis zum Anfassen ist etwas anderes als eine Aktivität, die mit dem Tag endet.

Und wenn jemand aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen gar nicht aktiv mitmachen kann?

Das ist ein Reddit-Einwand, den wir ernst nehmen: Wer bei einem Freizeitpark-Ausflug wegen Unverträglichkeiten außen vor bleibt, hat kein Ausweichformat. Bei einem Workshop mit Kleingruppen lässt sich der Anteil an der Arbeit individuell anpassen, von der Idee bis zur Ausführung, ohne dass jemand komplett zuschauen muss.

Funktioniert das auch, wenn die Gruppe eigentlich skeptisch ist ("Wir haben doch mit Kunst nichts am Hut")?

Ja, weil die Aufgabe nicht "male ein Kunstwerk" lautet, sondern "gestalte dein Teilstück nach Anleitung". Das ist ein anderer Auftrag als der, vor dem viele zurückschrecken, und genau der Auftrag, den die Kleingruppen-Formate bei Personio, CRX und GKM tatsächlich gestellt haben.

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Wie Kleingruppen auch bei sehr großen Teams funktionieren, steht im Artikel Teamevent für große Gruppen. Wie das GKM-Team seinen Sommertag im Botanikum erlebt hat, zeigt die Referenzseite. Wer ein Event für sein Team in München plant, findet Preise und Formate im Münchner Teamevent-Hub.

Text und Prüfung: Luca von Oesen, Brain2Canvas (Restless UG, Hamburg). Stand: 15. August 2026. Preise, Ablauf und Referenzen aus eigenen Terminen.

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