Betriebsausflug planen: was der 110-Euro-Freibetrag für euer Team bedeutet

Unscharfe Aufnahme eines Teamevents, Schriftzug 110 Euro steuerfrei

Der 110-Euro-Freibetrag gilt pro Mitarbeitendem und pro Betriebsveranstaltung, bis zu zweimal im Kalenderjahr, und bleibt bis zu dieser Grenze steuer- und sozialversicherungsfrei. Die Grenze zählt brutto, also inklusive Umsatzsteuer, und deckt die gesamten umlagefähigen Kosten der Veranstaltung: Essen, Getränke, Raum, Musik, Unterhaltung, Shuttle, Deko und eben auch den Workshop selbst. Die Verwaltung rechnet dafür alle Kosten auf die tatsächlich anwesenden Personen um, ein Begleitpersonenanteil wird der eingeladenen Person zugerechnet. Die Veranstaltung muss außerdem allen Beschäftigten des Betriebs oder eines Betriebsteils offenstehen, sonst greift die Vergünstigung nicht. Wird der Betrag überschritten, bleibt nur der übersteigende Teil steuerpflichtig, den Betriebe pauschal mit 25 Prozent versteuern können. Für die Planung heißt das: Wer ein Team-Event unter dieser Grenze halten will, rechnet den kompletten Nachmittag zusammen, nicht nur den Preis des Workshops. Diese Zahlen stammen aus der Verwaltungspraxis, nicht aus eigener Steuerberatung.

Was der Freibetrag in der Praxis ein- und ausschließt

Der Freibetrag denkt im gesamten Nachmittag, nicht in Einzelpositionen. Wer die Rechnung für Raum, Catering, Deko und Workshop getrennt betrachtet, verpasst den Kern der Regel: Alle umlagefähigen Kosten der Veranstaltung werden addiert und durch die Zahl der tatsächlich anwesenden Personen geteilt. Bringt jemand eine Begleitperson mit, landet deren Anteil trotzdem beim eingeladenen Mitarbeitenden, nicht bei der Begleitung selbst. Wer mit dem Workshop-Einstiegspreis von 79 Euro rechnet und annimmt, damit sei automatisch alles unter 110 Euro erledigt, übersieht Raummiete, Verpflegung und Anfahrtskosten der übrigen Gäste, die in dieselbe Summe einfließen. Bucht ein Team zum Beispiel einen Workshop für 99 Euro pro Person und legt dazu noch einen Raum, Getränke und Musik, kann die Gesamtsumme pro Kopf schnell über die 110 Euro rutschen, obwohl der Workshop allein deutlich darunter lag. Der Freibetrag ist eine Grenze für die ganze Veranstaltung, kein Rabatt auf einzelne Programmpunkte. Wer das vorher weiß, plant die Nebenkosten von Anfang an mit ein, statt sie erst auf der letzten Rechnung zu entdecken.

Die Offenheits-Regel hat außerdem eine klare Konsequenz für die Einladung: Schließt ihr eine Abteilung oder einzelne Kolleginnen und Kollegen bewusst aus, weil das Budget knapp ist, greift die Vergünstigung für diese Veranstaltung nicht mehr. Wer den Betriebsausflug als begünstigte Betriebsveranstaltung einordnen will, lädt entweder den ganzen Betrieb ein oder einen klar abgegrenzten Betriebsteil, zum Beispiel eine komplette Abteilung, nicht nur eine handverlesene Auswahl daraus. Nutzt ein Betrieb die Vergünstigung bereits für die Weihnachtsfeier, bleibt für einen Betriebsausflug im selben Jahr nur noch die zweite der maximal zwei begünstigten Veranstaltungen übrig, jede weitere zählt regulär als Arbeitslohn.

Was die Preisstaffel für euer Budget bedeutet

Der Workshop-Preis fällt mit der Gruppengröße, weil Anfahrt, Aufbau und Betreuung einmal anfallen, egal ob zehn oder hundert Menschen an der Wand stehen. Für den Graffiti-Workshop gilt: 10 bis 15 Personen zahlen 129 Euro pro Kopf, 16 bis 25 Personen 109 Euro, 26 bis 50 Personen 99 Euro, 51 bis 100 Personen 89 Euro, ab 101 Personen 79 Euro, jeweils netto zuzüglich Mehrwertsteuer. Ab 251 Personen wird individuell kalkuliert. Action Painting folgt derselben fallenden Logik, startet aber erst ab einer Mindestgröße von 15 Personen. Unter zehn Personen nehmen wir keine Anfrage an, dafür lohnt sich ein anderes Format eher. Für die Freibetrags-Rechnung heißt das: Je größer das Team, desto mehr Puffer bleibt für Raum und Catering, bevor die 110-Euro-Grenze überhaupt in Sicht kommt. Wie weit sich diese Rechnung skalieren lässt, hängt auch von der Formatwahl ab: Graffiti bleibt bis 1.000 Personen buchbar, Action Painting bis 500. Für sehr große Betriebsausflüge ist der Graffiti-Workshop deshalb meist die praktischere Wahl, für kleinere und mittlere Gruppen unterscheiden sich beide Formate vor allem im Untergrund und im Ort, nicht im Preisaufbau. Zur Einordnung: Bei 30 Personen liegt der Graffiti-Workshop bei 99 Euro pro Kopf. Bleiben Raum, Verpflegung und die übrigen Nebenkosten zusammen unter 11 Euro pro Person, passt die gesamte Veranstaltung rechnerisch unter die 110-Euro-Grenze.

Was ein Graffiti- oder Action-Painting-Workshop für den Betriebsausflug mitbringt

Gruppengröße: Der Graffiti-Workshop läuft ab 10 bis zu 1.000 Personen, Action Painting ab 15 bis zu 500. Beide Formate wachsen mit dem Team, statt eine feste Kapazität vorzugeben.

Dauer: Ein Termin dauert 2 bis 3 Stunden, unabhängig von der Teilnehmerzahl, weil alle Gruppen gleichzeitig arbeiten, statt der Reihe nach an die Wand zu müssen.

Im Preis enthalten: Anfahrt, Materialtransport, komplettes Farbmaterial, Schutzabdeckungen, Betreuung vor Ort und die Genehmigung für die legale Wand sind eingerechnet, keine separate Position auf der Rechnung.

Format-Unterschied: Der Graffiti-Workshop findet ausschließlich draußen an einer legalen Wand statt, bei Regen unter einem Dach oder einer Brücke, nie auf Leinwand und nie in Innenräumen. Action Painting arbeitet mit Leinwand und funktioniert deshalb drinnen ebenso wie draußen.

Sprache: Die Anleitung läuft ohne Aufpreis auch auf Englisch, auch bei gemischten Teams mit internationalen Kolleginnen und Kollegen.

Angebot: Für ein verbindliches Angebot reichen Personenzahl und Wunschtermin, die Antwort kommt binnen 24 Stunden. Der übliche Vorlauf liegt bei ein bis zwei Wochen, im kürzesten realisierten Fall stand der Termin nach 48 Stunden.

Storno: Bis 30 Tage vor dem Termin ist eine Absage kostenfrei, danach wird der volle Betrag fällig.

Was für die interne Freigabe hilfreich ist

Wer den Betriebsausflug intern durchsetzen muss, braucht meist mehr als ein gutes Programm, nämlich belastbare Zahlen für die Finanzabteilung oder die Geschäftsführung. Die feste Preisstaffel hilft dabei doppelt: Sie zeigt sofort, wie viel ein Team welcher Größe kostet, ohne dass erst ein individuelles Angebot eingeholt werden muss, und sie lässt sich direkt mit der 110-Euro-Grenze gegenrechnen. Die Zusage kommt binnen 24 Stunden, sobald Personenzahl und Wunschtermin feststehen, das verkürzt die Vorlaufzeit für eine interne Abstimmung erheblich. Und weil eine Absage bis 30 Tage vor dem Termin kostenfrei bleibt, lässt sich der Workshop bereits buchen, bevor die endgültige Teilnehmerzahl feststeht, ohne finanzielles Risiko für den Fall, dass sich die Gruppengröße noch verschiebt.

Wie ein Termin abläuft

Die Wortfindung für ein Graffiti-Piece passt sich dem Zeitplan an: Kleinere Teams brainstormen oft direkt an der Wand in Kleingruppen, größere Teams bringen ihre Wörter oder Motive besser schon vorher aus dem Büro mit, damit die Zeit vor Ort komplett fürs Sprühen bleibt. Nach einer kurzen Einweisung in Dosentechnik und Sicherheitsabstand übernehmt ihr selbst, jede Gruppe arbeitet an ihrem eigenen Wandabschnitt. Wie viele Kleingruppen dabei entstehen, richtet sich nach der Teilnehmerzahl und der Wandfläche vor Ort, nicht nach einer festen Formel. Vorerfahrung braucht dafür niemand. Am Ende bleibt das Wandbild stehen, wo es möglich ist, gibt es zusätzlich einen Drohnenshot der ganzen Gruppe vor ihrem Werk, den ihr digital weiterverwenden könnt, etwa für die interne Kommunikation oder das nächste Recruiting-Bild. Ein Stück davon mitzunehmen ist möglich, aber nicht der übliche Ablauf des Formats.

Das ist keine Steuerberatung

Die Zahlen zum 110-Euro-Freibetrag in diesem Artikel stammen aus den Lohnsteuer-Hinweisen des Bundesfinanzministeriums und der Praxis der Industrie- und Handelskammern, nicht aus eigener Steuerberatung. Ob eure konkrete Veranstaltung die Voraussetzungen erfüllt und wie die Kosten in eurem Fall korrekt umgelegt werden, klärt ihr am besten mit eurem Steuerbüro, bevor ihr das Budget final festlegt. Auch zur steuerlichen Behandlung unserer eigenen Rechnungen können wir keine Aussage treffen, das hängt von eurer Buchhaltung und eurem Einzelfall ab. Dieser Artikel ersetzt kein Beratungsgespräch, er ordnet nur ein, was öffentlich zugängliche Quellen zum Thema sagen.

FAQ

Wie oft im Jahr gilt der Freibetrag?

Bis zu zwei Betriebsveranstaltungen pro Kalenderjahr können unter die 110-Euro-Regelung fallen. Bei einer dritten Feier im selben Jahr entfällt die Vergünstigung für diese Veranstaltung.

Zählen Begleitpersonen mit?

Ja. Der Kostenanteil einer Begleitperson wird dem eingeladenen Mitarbeitenden zugerechnet, nicht der Begleitung selbst, dessen persönlicher Freibetrag sich dadurch entsprechend füllt.

Was passiert, wenn wir die 110 Euro überschreiten?

Betroffen ist nur der übersteigende Teil, die gesamte Veranstaltung wird dadurch nicht steuerpflichtig. Diesen Mehrbetrag kann der Betrieb pauschal mit 25 Prozent versteuern.

Zählt unser Workshop-Preis zum Freibetrag dazu?

Ja, der Workshop gehört zu den umlagefähigen Kosten der Veranstaltung. Ob die Gesamtsumme unter 110 Euro bleibt, entscheidet sich erst mit Raum, Catering und den übrigen Programmpunkten zusammen, nicht am Workshop-Preis allein.

Der nächste Schritt

Wer den Betriebsausflug an der Steuerfrage plant statt nur am Programm, hat die Budgetfreigabe meist schneller durch. Preisstaffel, Dauer und die 24-Stunden-Zusage lassen sich direkt gegen die 110-Euro-Grenze rechnen, bevor überhaupt ein Termin feststeht. Alle Team-Events in Hamburg zeigen Preise, Formate und Gruppengrößen im Überblick, die Anfrage läuft direkt über das Formular auf der Seite.

Text und Prüfung: Luca von Oesen, Brain2Canvas (Restless UG, Hamburg). Stand: 19. August 2026. Preise, Ablauf und Referenzen aus eigenen Terminen.

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